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02.10.2013

Vor 40 Jahren starb Künstlerpriester Otto Mauer

Gottesdienst und Gedenkveranstaltungen für den "streitbaren Impulsgeber für Kunst und Kirche".

Der legendäre Künstlerpriester, Kunstsammler und Mäzen Monsignore Otto Mauer starb am 3. Oktober 1973. Als "streitbaren Impulsgeber" für Kunst und Kirche würdigt ihn der Grazer Bischof Egon Kapellari, er war mit Otto Mauer freundschaftlich verbunden, im Rahmen einer Gedenkveranstaltung am Dienstag, 1. Oktober im Grazer Das Kulturzentrum bei den Minoriten. Otto Mauer "war nicht nur ein herausragender und oft auch einsamer Vermittler zwischen Kirche und zeitgenössischer Kunst, sondern als profilierter Theologe und Seelsorger ein für das kirchliche Leben in Österreich und darüber hinaus durch Jahrzehnte wichtiger, auch streitbarer Impulsgeber, ein bedeutender Publizist und ein unverwechselbarer Prediger", sagte Bischof Kapellari.

 

In Otto Mauers Galerie nächst St. Stephan trafen sich junge Künstler am Beginn ihrer Karriere, die später zu internationalem Ruhm gelangten: u.a. Herbert Boeckl, Arnulf Rainer, Josef Mikl, Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky und Friedensreich Hundertwasser.

 

Otto Mauer: Einsatz für Kunstschaffende

Otto Mauer war ein "außergewöhnlicher Priester", erzählte Kapellari. Er erinnerte an das Prophetische in Mauers Naturell - "ein Mann mit oft schneidender Stimme und scharfen Kanten in seinen Reden vor großen Auditorien, aber auch in der Begegnung mit Menschen im kleinen Kreis. Ein Mann, der auch verletzt hat und verletzt wurde." Zugleich hätte Mauer die Fähigkeit zur Empathie besessen und viel Einsatz für Bedrängte - vor allem auch Kunstschaffende - gezeigt.

 

Seinen Nachlass habe Mauer testamentarisch Karl Strobl, seinem langjährigen Weggefährten als Wiener Hochschulseelsorger und späteren Domherrn, übereignet. Dieser überließ die Kunstsammlung Mauers der Erzdiözese Wien - unter der Bedingung, alljährlich einen großzügig dotierten Otto-Mauer-Preis an junge Kunstschaffende zu verleihen. Die Liste der bisherigen Preisträger zeigt laut Kapellari, "dass diese Initiative Strobls sehr hellsichtig war". Otto Mauers Nachlass sei somit "kein toter Schatz", sein 42-jähriges priesterliches Wirken habe "reiche Ernte erbracht" und tue dies noch immer.