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08.11.2013

Startschuss für Vorbereitung der Familiensynode

Bis Jahresende werden Stellungnahmen aus Pfarren, Gemeinschaften, Fachstellen und von Einzelpersonen gesammelt. Die Übergabe erfolgt beim Rom-Besuch der Bischöfe im Jänner.

Österreichs Bischöfe haben die Vorbereitungen für die vatikanische Bischofssynode über die Familienpastoral im Herbst 2014 auf nationaler Ebene gestartet. Sie begrüßen, dass Papst Franziskus dieses "für das Leben der Menschen und der Kirche zentrale Thema" ins Zentrum rückt, heißt es in einem am Freitag, 8. November 2013, veröffentlichten Abschlussstatement ihrer Herbstvollversammlung. Man wolle "möglichst breit" erheben, wie die Gläubigen über die darin angesprochenen Themen denken, weshalb bereits am Dienstag als erster Schritt dazu der dafür erstellte Fragebogen auf der Homepage der Bischofskonferenz online gestellt worden sei.

 

Stellungnahmen bis Jänner 2014

Das Zeitlimit bis Ende Jänner 2014 für die Rückmeldungen in den Vatikan sei knapp bemessen, erinnerten die Bischöfe, weshalb man österreichweit bereits bis Jahresende 2013 Stellungnahmen auf verschiedensten Ebenen einholen wolle. Pfarren, Dekanate und andere kirchliche Einrichtungen seien dazu ebenso eingeladen wie Einzelpersonen, um so zu einem "möglichst klaren und umfassenden Bild" zu gelangen. Darüber hinaus würden kirchliche Fachstellen, Organisationen und Bewegungen aus den Bereichen Familie, Evangelisierung und Laienapostolat gezielt angefragt.

 

Die Bischöfe kündigten an, in jeder Diözese eine Ansprechperson für die Einsammlung der Rückmeldungen zu ernennen. Die Ergebnisse würden dann einen "wesentlichen Bestandteil" der aus Rom geforderten bischöflichen Stellungnahmen zu dem Vorbereitungsdokument darstellen. Deren Übergabe beim Generalsekretariat der Bischofssynode in Rom erledigen Österreichs Bischöfe schließlich persönlich im Rahmen ihres Ad-limina-Besuchs vom 27. bis 31. Jänner 2014.

 

Schönborn: Umgang mit Vatikan-Fragebogen "so offen wie möglich"

Die Kirche in Österreich werde mit dem Fragebogen, mit dem der Vatikan weltweit Fakten und Einstellungen rund um das Thema Familie erheben will, "so offen wie möglich" umgehen. Das kündigte Kardinal Christoph Schönborn an. Im Blick auf die Bischofssynode zu Familienfragen solle es nicht darum gehen, "was sein soll", sondern darum, "was ist", betonte Kardinal Schönborn. Dem entspreche auch die Gestaltung des Vatikan-Fragebogens, der "überraschend" gekommen sei, aber in seiner Offenheit auch wieder "passend zum Stil von Papst Franziskus". "Nicht vorgefasste Lehrfragen, sondern offene Lebensfragen" würden abgefragt; Schönborn nannte als Beispiele für neue Beziehungsrealitäten die zunehmende Zahl an Alleinerziehenden, Geschiedenen oder homosexuelle Partnerschaften.

 

Die Rückmeldungen auf all diese Themenbereiche würden die Überzeugungen der Kirche nicht automatisch "zur Disposition stellen", stellte der Wiener Erzbischof klar. Er zitierte in diesem Zusammenhang ein Wort des Wiener Philosophen Ludwig Wittgenstein, wonach "die Fakten nicht die Lösung, sondern die Aufgabe" seien.

 

Neue Akzent im Vatikan

Lobende Worte fanden die Bischöfe für die "neuen Akzente" des Vatikans bei der Vorbereitung der Sonderbischofssynode: Sie seien "Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung des Papstes und des Bischofskollegiums für die Weltkirche".