„Oikocredit trägt dazu bei, Menschen in Armut beim Aufbau einer tragfähigen Lebensgrundlage zu unterstützen", begründet Friedhelm Boschert seine Entscheidung, von Peter Püspök das Ehrenamt als Vorstandsvorsitzender von Oikocredit Austria zu übernehmen.
Dass weltweit mehr als eine Milliarde Menschen in Armut lebten, habe er noch nie akzeptieren können. „Deshalb hatte ich mich schon früh als Experte für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit engagiert. Das waren – wie auch Oikocredit – immer Projekte der Hilfe zur Selbsthilfe", erklärt der erfahrene Genossenschaftsbanker, der zuletzt unter anderem auch als Vorstandsvorsitzender der Sberbank und der Ärztebank arbeitete.
Für Püspök war nach sechs Jahren die Zeit des Abschieds gekommen. „Es war eine erfüllende und bereichernde Zeit bei Oikocredit. Ich will mich nun mehr den Enkelkindern widmen, da meine berufliche Laufbahn mir wenig Zeit für meine Kinder ließ.
Für den gebürtigen Schwarzwälder Boschert war Entwicklungszusammenarbeit schon immer ein Thema. Schon früh als Entwicklungshelfer in Jordanien und Vietnam tätig, widmete er sich auch während seiner Bankenkarriere im Genossenschafts- und Volksbankenbereich der Mikrofinanz, die er als angewandte Hilfe zur Selbsthilfe bezeichnet. Als drei Hauptkriterien bezeichnet er die soziale und ökologische Entwicklung sowie die Sorgfalt in der Unternehmensführung (Governance). Ihm seien die sozio-ökonomischen Begleitmaßnahmen wie Beratung und Coaching der Kreditnehmenden vor Ort wichtig.
Nach mehreren Jahren einer starken Expansion von Oikocredit Austria hat auch 2013 erneut gute Ergebnisse gebracht. Die Anzahl der Anleger ist von 3.462 um 20,91 Prozent auf 4.186 gestiegen. Die Veranlagungen haben sich mit Ende 2013 von 42,1 Mio. Euro um sogar 36,8 Prozent auf 57,5 Mio. Euro erhöht. Das Anteilskapital ist in diesem Jahr bereits um rund 7,1 % auf 61,66 Mio. Euro gewachsen, auch die Mitgliederzahl erhöhte sich 2014 bereits um 4,2 % auf 4.360.
Oikocredit ist eine genossenschaftliche Finanzierungseinrichtung. Sie unterstützt Menschen in Armut durch die Refinanzierung sozial nachhaltig arbeitender Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften aber auch kleiner und mittlerer Unternehmen in sogenannten Entwicklungsländern. 86% der Kreditnehmenden sind Frauen.
Mehr als 800 Oikocredit-Partner weltweit ermöglichen Start-Ups für Millionen armer Menschen, die von Finanzdienstleistungen ausgeschlossen sind. Kleinstkredite zur Anschubfinanzierung einkommensgenerierender Tätigkeiten und soziale Begleitung bieten dabei Hilfe zur Selbsthilfe. Ohne faires Geld wären die Menschen örtlichen Kredithaien ausgeliefert.